Kapitel I
Was es bedeutet
Das Bi steht für den Himmel. Die Riten der Zhou, ein Ritualtext aus dem späten 1. Jahrtausend v. Chr., berichten, dass ein blaugrünes Bi zur Ehrung des Himmels diente und ein gelbes Cong, eine vierkantige Röhre, zur Ehrung der Erde: der runde Himmel und die quadratische Erde, das altchinesische Bild des Kosmos.
Die Jade selbst wurde höher geschätzt als Gold. Man glaubte, sie schütze den Körper, und Konfuzius verglich ihre Eigenschaften mit denen des Edlen: glatt, fest, rein.
Kapitel II
Woher es kommt
Die frühesten Bi stammen aus der Liangzhu-Kultur im Delta des Jangtse, etwa 3300–2300 v. Chr., wo sie in großer Zahl in die Gräber der Oberschicht gelegt wurden. Unter den Dynastien Zhou und Han dienten Bi bei Riten und Bestattungen; manche Han-Prinzen wurden mit Bi bestattet, die auf und um den Körper gelegt waren.
Spätere Kaiser vollzogen das Himmelsopfer am runden Himmelsaltar in Peking, wo Jadescheiben zu den Opfergaben gehörten.
Kapitel III
Wo man es heute sieht
Antike Bi sind Schätze von Museumssammlungen. Moderne Jadescheiben, oft als Anhänger getragen, verbinden sich mit Wünschen nach Schutz und Glück. Die Medaillen der Olympischen Spiele 2008 in Peking enthielten eine vom Bi inspirierte Jadescheibe.