Kapitel I
Was es bedeutet
Jedes Trigramm besteht aus drei übereinander liegenden Linien, jede Yin (gebrochen) oder Yang (durchgehend). Drei Linien mit je zwei Möglichkeiten ergeben acht Trigramme, das bagua. Zusammen beschreiben sie alle grundlegenden Situationen und Kräfte der Welt: Himmel (drei Yang-Linien), Erde (drei Yin-Linien) und dazwischen Donner, Wasser, Berg, Wind, Feuer und See.
Im Kreis angeordnet, zeigen die Trigramme den Wandel als Kreislauf: Die Welt steht nie still, sondern geht ständig von einem Zustand in den anderen über. In der Mitte sitzt oft das Yin-Yang, der Ursprung allen Wandels.
Kapitel II
Woher es kommt
Die Überlieferung schreibt die Trigramme dem mythischen Weisen Fuxi zu. Die 64 Hexagramme des Yijing Das Buch der Wandlungen, ein alter chinesischer Klassiker der Wahrsagung, aufgebaut auf 64 Hexagrammen. Glossar dienten unter der Zhou-Dynastie (ab etwa 1000 v. Chr.) der Weissagung, und Kommentare, die Konfuzius zugeschrieben wurden, machten das Buch zu einem Klassiker der Philosophie. Daoisten verwendeten die Trigramme im Ritual, in der inneren Alchemie und bei der Anlage von Tempeln.
Kapitel III
Wo man es heute sieht
Das Bagua erscheint auf daoistischen Gewändern und Tempeldecken, dient im Feng-Shui dazu, die Anordnung von Wohnungen zu deuten, und gibt der Kampfkunst baguazhang ihren Namen. Kleine Bagua-Spiegel hängen in chinesischen Gemeinschaften überall über Hauseingängen.