Kapitel I
Was es bedeutet
Zoroastrier deuten den Faravahar heute als Bild der menschlichen Seele auf ihrem Weg. Die Gestalt eines älteren Mannes steht für Weisheit. Eine Hand weist nach oben, zum Fortschritt; die andere hält einen Ring, ein Zeichen der Treue und des gehaltenen Versprechens. Die zwei Bänder darunter sind die beiden Geister, Gut und Böse, zwischen denen jeder Mensch wählen muss.
Die drei Federreihen in jedem Flügel stehen für gute Gedanken, gute Worte und gute Taten, den Kern der zoroastrischen Ethik. Der Ring um den Körper ist die Ewigkeit der Seele.
Kapitel II
Woher es kommt
Das Bild ging aus der geflügelten Sonnenscheibe des alten Ägypten und Mesopotamiens hervor. In Persien erscheint es über den Königen auf den Felsreliefs Dareios’ I. in Behistun und in Persepolis, 6.–5. Jahrhundert v. Chr. Manche Forscher meinen, es zeige den Gott Ahura Mazda, andere den königlichen Glanz, khvarenah, oder die fravashi, den Schutzgeist.
Im 19. und 20. Jahrhundert übernahmen parsische und iranische Zoroastrier es als Emblem ihres Glaubens.
Kapitel III
Wo man es heute sieht
Der Faravahar ist über den Türen von Feuertempeln eingemeißelt, wird als Anhänger getragen und auf Bücher und Kalender gedruckt. Viele Iraner jeden Glaubens verwenden ihn als Symbol für das alte Erbe ihres Landes.