Kapitel I
Was gefeiert wird
In der Bibel war Jom Kippur der einzige Tag im Jahr, an dem der Hohepriester das Allerheiligste des Tempels betrat, um Sühne für das Volk zu erwirken. Seit der Zerstörung des Tempels treten Gebet, Fasten und Umkehr an die Stelle der Opfer.
Das Judentum lehrt, dass Jom Kippur Verfehlungen gegen Gott sühnt, Verfehlungen gegen andere Menschen aber erst vergeben werden, wenn man diese um Vergebung gebeten hat. Deshalb sind die Tage davor eine Zeit, Frieden zu schließen.
Kapitel II
Wie gefeiert wird
Vor Sonnenuntergang wird ein festliches Mahl eingenommen. Dann beginnt das Fasten: kein Essen und Trinken, kein Waschen zum Vergnügen, keine Lederschuhe. Die Synagogen sind am Abend zu Kol Nidre voll und auch während der Gottesdienste am folgenden Tag, zu denen das gemeinsam von der ganzen Gemeinde gesprochene Sündenbekenntnis gehört.
Bei Einbruch der Nacht endet das Schlussgebet, Neilah, „das Schließen der Tore“, mit einem langen Ton des Schofars, und das Fasten wird gebrochen.
Kapitel III
In aller Welt
In Israel steht das Land still: Es gibt keine Sendungen, die Geschäfte schließen, und die Straßen leeren sich und füllen sich stattdessen mit Kindern auf Fahrrädern.