Kapitel I
Was es bedeutet
Das Brett ist der Ort, an dem sich Himmel und Erde begegnen. Bei der Ifá-Divination bringt ein Mensch eine Frage mit, und der Babalawo, der „Vater der Geheimnisse“, sucht die Antwort Ọ̀rúnmìlàs, des Orisa der Weisheit. Die in den Staub auf dem Brett gezeichneten Zeichen verweisen auf Verse der gewaltigen mündlichen Literatur des Ifá, die Geschichten erzählen und Opfer vorschreiben.
Der geschnitzte Rand ist ein Bild der Welt. Das Gesicht Èṣùs, des listigen Boten, der die Opfer zu den Göttern bringt, blickt vom oberen Rand dem Wahrsager entgegen, denn ohne ihn gelangt keine Botschaft ans Ziel.
Kapitel II
Woher es kommt
Die Ifá-Divination ist bei den Yoruba im heutigen Nigeria, Benin und Togo seit Jahrhunderten verbreitet, mit der heiligen Stadt Ile-Ife als Mittelpunkt. Meisterschnitzer fertigten kunstvolle Bretter für Wahrsager und Könige. Durch den atlantischen Sklavenhandel gelangte Ifá nach Kuba, Brasilien und in andere Teile Amerikas.
Kapitel III
Wo man es heute sieht
Babalawos befragen Ifá noch heute in Westafrika und in Amerika, und für sie werden neue Bretter geschnitzt. Alte Bretter sind in Museen für afrikanische Kunst in aller Welt hoch geschätzt.