Kapitel I
Was gefeiert wird
Ganesha, der Sohn Shivas und Parvatis, ist der Herr der Anfänge: Sein Name wird zuerst genannt bei Gebeten, Zeremonien, Hochzeiten und neuen Unternehmungen, und sein Bild bewacht die Türen. Die bekannteste Geschichte seiner Geburt erzählt, dass Parvati aus der Paste, mit der sie gebadet hatte, einen Knaben formte und ihn als Wächter vor ihre Tür stellte. Shiva kehrte zurück, erkannte den Knaben nicht und schlug ihm im Zorn den Kopf ab; um Parvati zu trösten, gab er dem Knaben den Kopf des ersten Wesens, das man fand, eines Elefanten, und machte ihn zum Anführer seiner Scharen, der ganas.
Der vierte Tag der hellen Hälfte des Bhadrapada wird als sein Geburtstag begangen.
Kapitel II
Wie gefeiert wird
Familien holen eine Tonfigur Ganeshas ins Haus, manchmal so klein, dass man sie in der Hand halten kann, und stellen sie mit einem Ritus auf, der die Gegenwart des Gottes in sie einlädt. Anderthalb bis zehn Tage lang wird er als Gast geehrt, mit morgendlicher und abendlicher arati Ein Ritus, bei dem eine Lampe vor dem Bild einer Gottheit geschwenkt und dann den Gläubigen dargeboten wird. Glossar, roten Blumen, Halmen des durva-Grases und Tellern voller modak.
Die Nachbarschaften errichten Pavillons, pandals, für große bemalte Figuren, manche mehrere Meter hoch, mit Musik, Schmuck und wohltätigen Werken. Am Ende werden die Figuren mit Trommeln und Tanz unter dem Ruf Ganpati Bappa Morya, „Vater Ganesha, komm nächstes Jahr wieder“, durch die Straßen getragen und im Wasser versenkt. Die Sorge um Flüsse und Meer hat zu einer Rückkehr zu unbemalten Tonfiguren und zum Eintauchen in eigens dafür angelegte Becken geführt.
Kapitel III
In aller Welt
Am größten ist das Fest in Maharashtra, vor allem in Mumbai und Pune; vor der Lalbaug-Figur in Mumbai stehen die Menschen viele Stunden Schlange. Weit verbreitet ist es auch in Goa, Karnataka, Telangana, Andhra Pradesh und Tamil Nadu, wo es Vinayagar Chathurthi heißt, sowie bei hinduistischen Gemeinschaften in Nepal, auf Mauritius und in aller Welt, wo die Figuren oft im nahen Meer oder in einem Fluss versenkt werden.