Kapitel I
Was gefeiert wird
Das Fest markiert das Ende des Winters und den Beginn eines neuen Jahres im Lunisolarkalender. Volksmärchen erzählen von einem Ungeheuer namens Nian, „Jahr“, das Dörfer überfiel, bis die Menschen entdeckten, dass es die Farbe Rot, Lärm und Licht fürchtete.
Religiös vereint es konfuzianische, daoistische und buddhistische Bräuche: die Ehrung der Ahnen, die Verabschiedung des Küchengottes, der im Himmel über die Familie Bericht erstattet, und den Empfang der Götter des Reichtums und des Glücks.
Kapitel II
Wie gefeiert wird
Vor dem neuen Jahr werden die Häuser geputzt, um das Unglück hinauszufegen, und rote Spruchpaare mit guten Wünschen werden an die Türen geklebt. Am Silvesterabend versammelt sich die Familie zum Festessen des Wiedersehens, mit Gerichten, deren Namen wie Wünsche klingen: Fisch für Überfluss, Teigtaschen in der Form alter Münzen. Um Mitternacht begrüßen Knallkörper das neue Jahr. In den folgenden fünfzehn Tagen besucht man Familie und Tempel, bis zum abschließenden Laternenfest.
Kapitel III
In aller Welt
In China reisen Hunderte Millionen nach Hause, in der größten alljährlichen Wanderung von Menschen. Korea feiert Seollal, Vietnam Tết, jeweils mit eigenen Bräuchen. Löwen- und Drachentänze füllen die Chinatowns von San Francisco bis London.