Codex of FaithsEin illustrierter Atlas des Glaubens

Untergegangene Religionen · Das alte Europa

Nordische Religion

Odin, Thor und Freyja, die Götter der Wikinger, wurden bis zur Christianisierung mit Festen und Opfern geehrt – bekannt vor allem aus späteren christlichen Texten.

Wann
um 500–1100 n. Chr.
Wo
Skandinavien, Island und die Welt der Wikinger

In Zahlen

  • 1000das Jahr (nach traditioneller Zählung), in dem Islands Volksversammlung, das Althing, das Christentum annahm
  • um 1220schreibt Snorri Sturluson seine Edda, die ausführlichste Darstellung der nordischen Mythen, mehr als zwei Jahrhunderte nach Islands Bekehrung
  • etwa 3.000Runensteine der Wikingerzeit sind aus Skandinavien bekannt, die meisten davon in Schweden (ungefähre Zählung der Forschung)

Kurz gesagt

  1. I.Die nordische Religion war der vorchristliche Glaube Skandinaviens und der von Skandinaviern besiedelten Länder, mit Göttern wie Odin, Thor, Freyja und Freyr im Mittelpunkt.
  2. II.Sie hatte weder eine einheitliche Kirche noch eine heilige Schrift; die Menschen ehrten die Götter, die Geister des Landes und ihre Ahnen mit Festen, Opfern und Gaben, die von Häuptlingen und örtlichen Anführern geleitet wurden.
  3. III.Das meiste, was über die nordischen Götter erzählt wird, stammt aus isländischen Texten, die im 13. Jahrhundert von Christen aufgeschrieben wurden, vor allem von Snorri Sturluson; Historiker lesen sie daher mit Vorsicht und im Abgleich mit der Archäologie.
  4. IV.Zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert wurden die skandinavischen Königreiche und Island christlich, doch die alten Götter leben in Wochentagsnamen, Ortsnamen, Literatur und einer modernen Wiederbelebung fort.

Götter und Mächte

  • Odin

    Weisheit, Dichtung, Magie, Krieg, die Toten

    Der einäugige Anführer der Götter, der in den Mythen ein Auge für Weisheit hingibt und am Weltenbaum hängt, um die Runen zu erlangen. Dichtungen schildern, wie er gefallene Krieger in Walhall versammelt.

  • Thor

    Donner, Stärke, Schutz

    Der rotbärtige Beschützer von Göttern und Menschen, bewaffnet mit dem Hammer Mjölnir. Kleine Hammeranhänger zeigen, dass ihm einfache Leute weithin vertrauten.

  • Freyja

    Liebe, Fruchtbarkeit, Magie, die Toten

    Die bedeutendste Göttin der Wanen, verbunden mit der seiðr-Magie und mit Gold. Dichtungen zufolge empfängt sie die Hälfte der Gefallenen in ihrer Halle Fólkvangr.

  • Freyr

    Fruchtbarkeit, Ernte, Frieden, Königtum

    Freyjas Bruder, ein Gott der Fülle und der guten Jahreszeiten. Adam von Bremen nennt ihn Fricco und berichtet, sein Bild habe in Uppsala gestanden.

  • Frigg

    Ehe, Mutterschaft, Voraussicht

    Odins Gemahlin und Königin der Götter, die in Snorris Erzählung versucht, ihren Sohn Baldr vor dem Tod zu bewahren.

  • Týr

    Recht, Krieg, Eide

    Ein einhändiger Gott der Gerechtigkeit und des Kampfes, wahrscheinlich älter und einst bedeutender, als die späteren Texte vermuten lassen.

  • Njörðr

    Meer, Wind, Reichtum

    Vater von Freyr und Freyja, verehrt von Seefahrern und Fischern und in norwegischen und schwedischen Ortsnamen bewahrt.

  • Loki

    List, Wandel

    Ein gestaltwandelnder Gefährte der Götter, der ihnen abwechselnd hilft und schadet. Es gibt kaum Hinweise darauf, dass er kultisch verehrt wurde.

Zeitleiste

  1. 98 n. Chr.Der römische Historiker Tacitus beschreibt in seiner Germania die Götter und Riten germanischer Völker, ein früher Blick von außen auf verwandte Glaubensvorstellungen.
  2. 834Zwei Frauen werden im reich ausgestatteten Oseberg-Schiff im Süden Norwegens bestattet.
  3. 922Der arabische Gesandte Ibn Fadlan beschreibt die Bräuche und eine Schiffsbestattung der Rus an der Wolga.
  4. um 965König Harald Blauzahn lässt den großen Jelling-Stein errichten und rühmt sich darauf, er habe „die Dänen zu Christen gemacht“.
  5. 1000Das Althing in Þingvellir beschließt, dass die Isländer Christen sein sollen; private heidnische Praxis wird zunächst noch geduldet.
  6. um 1075Adam von Bremen beschreibt einen heidnischen Tempel in Uppsala in Schweden.
  7. um 1220Snorri Sturluson schreibt in Island die Prosa-Edda.
  8. um 1270Der Codex Regius, die wichtigste Handschrift der als Lieder-Edda bekannten Dichtungen, entsteht in Island.

Was die Quellen zeigen

  • Goldblechfiguren, Kultgebäude und Tierknochen an Fundorten wie Uppåkra in Schweden und Hofstaðir in Island zeigen, dass Feste und Opfer an den Hallen von Häuptlingen stattfanden.
  • Thorshammer-Anhänger, von denen Hunderte gefunden wurden, trug man im 10. Jahrhundert, teilweise zur selben Zeit wie christliche Kreuze.
  • Runensteine, darunter der Jelling-Stein, halten den Glaubenswechsel in den Worten derer fest, die sie errichten ließen.
  • Reiche Schiffsgräber wie Oseberg (834) und Gokstad belegen aufwendige Riten für Tote von hohem Rang.
  • Ortsnamen in ganz Skandinavien enthalten Götternamen und Wörter für heilige Stätten, etwa Odense, „Odins Heiligtum“.

Was die Legende erzählt

  • Wikinger trugen keine Hörnerhelme. Das Bild verdankt viel der Kunst des 19. Jahrhunderts und den Kostümen für Wagners „Ring“ im Jahr 1876; der einzige nahezu vollständige Helm der Wikingerzeit, aus Gjermundbu in Norwegen, hat keine Hörner.
  • Oft heißt es, jeder Krieger habe auf Walhall gehofft. In den Dichtungen nimmt Freyja die Hälfte der Erschlagenen auf, und die meisten Toten gehen zu Hel, einem Totenreich und keinem Ort der Strafe.
  • Die nordische Mythologie wird oft wie eine feste heilige Schrift behandelt. Die überlieferten Geschichten wurden lange nach der Bekehrung von Christen aufgeschrieben, und der Glaube unterschied sich wahrscheinlich je nach Region, Stand und Jahrhundert.
  • Die Vorstellung, Wikinger hätten aus den Schädeln ihrer Feinde getrunken, geht auf eine Fehlübersetzung des 17. Jahrhunderts zurück, bei der eine dichterische Umschreibung für Trinkhörner missverstanden wurde.

Wichtige Personen

  • Snorri SturlusonIsländischer Häuptling, Dichter und Geschichtsschreiber (1179–1241), Verfasser der Prosa-Edda und der Heimskringla
  • Adam von BremenDeutscher Geistlicher, der eine Geschichte der Erzbischöfe von Hamburg-Bremen schrieb (um 1075), darunter den viel zitierten Bericht über Uppsala
  • Harald BlauzahnKönig von Dänemark (gest. um 986), der sich um 965 taufen ließ und dies auf dem Jelling-Stein festhielt
  • Olaf TryggvasonKönig von Norwegen (reg. 995–1000), der Norwegen und seinen atlantischen Kolonien das Christentum aufdrängte
  • Þorgeir LjósvetningagoðiIsländischer Gesetzessprecher und heidnischer Häuptling, dessen Schiedsspruch auf dem Althing im Jahr 1000 die Bekehrung Islands besiegelte

Riten und Feste

  • Blót

    Das Opferfest, bei dem Tiere geschlachtet, ihr Fleisch gekocht und geteilt und mit dem Blut die Götter und die Versammlung geweiht wurden.

  • Festmähler und Trinksprüche

    Das gemeinsame Trinken in der Halle, bei dem die Becher auf die Götter, die Ahnen und die Toten erhoben wurden, verband Gemeinschaft, Herrschaft und Religion miteinander.

  • Jahreszeitliche Feste

    Spätere Quellen nennen große Feste zu Winterbeginn, zur Wintersonnenwende (Jul) und im Frühjahr für Sieg oder gute Ernte.

  • Opfergaben in der Landschaft

    Waffen, Schmuck und andere Wertgegenstände wurden in Seen, Mooren und heiligen Hainen niedergelegt, ein Brauch, der sich durch Funde über Jahrhunderte verfolgen lässt.

  • Bestattung der Toten

    Die Toten wurden verbrannt oder mit Grabbeigaben beigesetzt, manchmal in Schiffen oder in schiffsförmigen Steinsetzungen, was auf Vorstellungen von einer Reise nach dem Tod hindeutet.

  • Seiðr

    Eine Form ritueller Magie und Weissagung, die in den Quellen mit Seherinnen sowie mit Odin und Freyja in Verbindung gebracht wird.

Kapitel I

Götter des Nordens

Die nordische Religion erwuchs aus den älteren Glaubensvorstellungen der germanischen Völker Nordeuropas. Römische Autoren wie Tacitus beschrieben schon am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr., wie germanische Stämme Götter verehrten, die sie mit Merkur, Herkules und Mars verglichen, und Götter mit Namen, die mit Odin, Thor und Týr verwandt sind, begegnen bei den Angelsachsen und den Germanen des Festlands. In der Wikingerzeit, etwa von 750 bis 1100, trugen die Skandinavier ihre Religion über ein riesiges Gebiet, von Dublin und der Normandie bis nach Island, Grönland und an die Flüsse Russlands.

Es gab keine Kirche, kein festes Glaubensbekenntnis und kein heiliges Buch. Religion war in den Alltag eingewoben: in den Haushalt, den Hof, die Gerichtsversammlung und die Halle des Häuptlings. Sie war zudem örtlich geprägt. Ein Bauer im Westen Norwegens, ein Händler in Birka und ein Siedler auf Island mochten unterschiedliche Götter auf unterschiedliche Weise ehren, und die Praxis wandelte sich in den sechs Jahrhunderten, die diese Seite umfasst, mit Sicherheit.

Die große Schwierigkeit für die Geschichtsforschung sind die Quellen. Die Wikinger schrieben außer kurzen Runeninschriften wenig. Die reiche Mythologie, die Leserinnen und Leser heute kennen, stammt größtenteils aus Island und wurde im 13. Jahrhundert aufgeschrieben, zweihundert Jahre und mehr, nachdem die Insel christlich geworden war. Snorri Sturlusons Prosa-Edda, um 1220 verfasst, war ein Handbuch für Dichter, und er stellte die Götter als uralte menschliche Könige dar, die man irrtümlich für Gottheiten gehalten habe. Die Lieder der Lieder-Edda, überliefert in einer Handschrift von etwa 1270, sind älteren Ursprungs, doch wie viel älter, ist umstritten. Beobachter von außen, von Ibn Fadlan bis Adam von Bremen, verfolgten ihre eigenen Absichten. Die Archäologie liefert festere Belege, erklärt aber selten, was die Menschen mit ihrem Tun meinten.

Kapitel II

Der Weltenbaum und die Götterdämmerung

Nordische Dichtungen beschreiben einen Kosmos aus mehreren Welten, die von Yggdrasil, einer gewaltigen Esche, zusammengehalten werden. Die Menschen leben in Midgard, die Götter in Asgard, und Riesen, Elben, Zwerge und die Toten haben jeweils ihre eigenen Reiche. Die Götter gehören zwei Geschlechtern an: den Asen, angeführt von Odin, und den Wanen, Fruchtbarkeitsgöttern wie Njörðr, Freyr und Freyja, die in den Mythen einen Krieg führten und dann durch den Austausch von Geiseln Frieden schlossen.

Die Götter sind mächtig, aber weder allwissend noch ewig. Odin sucht Weisheit um einen hohen Preis: Er gibt ein Auge für einen Trunk aus dem Brunnen Mímirs und hängt im Gedicht Hávamál neun Nächte lang am Baum, um die Runen zu erlangen. Thor schützt die Welt vor den Riesen, den Mächten des Chaos. Die Texte erzählen, wie der geliebte Gott Baldr durch Lokis Ränke getötet wird, ein Verlust, der Ragnarök vorausdeutet: die letzte Schlacht, in der Götter und Riesen einander vernichten und die Welt im Meer versinkt, bevor eine neue Erde grün aus den Fluten aufsteigt.

Die Dichtungen erzählen auch vom Anfang der Welt. Am Anfang gab es nur Ginnungagap, eine gähnende Leere zwischen Reichen aus Eis und Feuer. Aus ihrer Begegnung ging der Riese Ymir hervor, den Odin und seine Brüder töteten; aus seinem Fleisch formten sie die Erde, aus seinem Blut das Meer und aus seinem Schädel den Himmel. Dann schufen die Götter die ersten Menschen, Ask und Embla, aus zwei Stücken Treibholz. Über Göttern und Menschen gleichermaßen stand das Schicksal, gesponnen von den Nornen, drei weiblichen Wesen, die am Brunnen an der Wurzel Yggdrasils sitzen. Selbst die Götter können dem Bestimmten nicht entgehen, und die Mythen machen Mut und Ehre, nicht den Sieg, zum Maßstab eines Lebens.

Die Vorstellungen vom Tod waren vielfältig. Die Dichtungen sprechen von Walhall, Odins Halle für auserwählte Krieger, und von Freyjas Fólkvangr, aber auch von Hel, dem Reich, in das die meisten Toten gingen, und von Toten, die in ihren Grabhügeln weiterlebten. Neben den großen Göttern ehrten die Menschen die landvættir, die Geister des Landes, die Elben und die weiblichen Schutzgeister, dísir genannt, Wesen, die im täglichen Leben mehr Gewicht hatten, als die Mythen vermuten lassen.

Kapitel III

Feste, Hallen und Opfergaben

Das Herzstück der Verehrung war das blót, ein Opferfest. Tiere, vor allem Pferde, Rinder und Schweine, wurden geschlachtet, das Fleisch gekocht und geteilt, und die Versammelten tranken den Göttern zu, für gute Ernten, Frieden und Sieg. Meist leitete der Häuptling oder König den Ritus, und in Island vereinte der örtliche Anführer, goði genannt, religiöse und politische Autorität. Archäologen haben die Überreste solcher Feste in Hallen wie Hofstaðir in Island und in lange genutzten Kultgebäuden wie dem in Uppåkra in Südschweden gefunden.

Verehrt wurde auch im Freien, an Hainen, Quellen, Steinen und Seen, wo man Waffen, Schmuck und andere Gaben niederlegte. Die berühmteste Beschreibung eines Tempels, Adam von Bremens Bericht über Uppsala, um 1075 verfasst, erzählt von einem goldenen Gebäude mit Bildern von Thor, Wodan und Fricco und von einem großen Fest alle neun Jahre mit Tier- und Menschenopfern. Adam war nie in Uppsala und stützte sich auf Gewährsleute; viele Historiker halten seinen Bericht für übertrieben, und Ausgrabungen haben große Hallen, aber keine sichere Spur des von ihm beschriebenen Tempels zutage gefördert. Menschenopfer werden in mehreren schriftlichen Quellen erwähnt und lassen sich vielleicht an einigen Bestattungen ablesen, doch ihr Ausmaß ist umstritten.

Begräbnisse waren ein wichtiger Ritus. Die Toten wurden verbrannt oder beigesetzt, manchmal in Schiffen, mit Speisen, Tieren, Werkzeugen und Waffen. Ibn Fadlans Bericht über die Bestattung eines Rus-Häuptlings an der Wolga im Jahr 922, zu der die Tötung einer versklavten Frau gehörte, ist ein seltener Augenzeugenbericht, wenn auch von einem Außenstehenden verfasst, der die Sprache nicht beherrschte.

Kapitel IV

Bekehrung und Fortleben

Das Christentum gelangte durch Missionare, Handel und königliche Politik nach Skandinavien. In Dänemark ließ sich König Harald Blauzahn um 965 taufen. In Norwegen setzten Olaf Tryggvason und später Olaf Haraldsson, der 1030 in der Schlacht bei Stiklestad fiel und bald als Heiliger verehrt wurde, den neuen Glauben durch, oft mit Gewalt. In Island beschloss das Althing, gespalten und unter dem Druck Norwegens, im Jahr 1000 die Annahme des Christentums, nachdem der heidnische Gesetzessprecher Þorgeir dafür entschieden hatte; private Opfer blieben zunächst erlaubt. Schweden wurde langsamer bekehrt, und der alte Kult in Uppsala endete wahrscheinlich im späten 11. oder frühen 12. Jahrhundert.

Der Wandel vollzog sich allmählich. Gräber des 10. Jahrhunderts vereinen heidnische und christliche Gegenstände, und mit einer berühmten Gussform aus Dänemark ließen sich sowohl Hämmer als auch Kreuze gießen. Die Bekehrung brachte Schrift, Kirchen und Verbindungen zum lateinischen Europa, und es waren christliche Isländer, die die Mythen bewahrten, aus Stolz auf ihre Vergangenheit und um der Dichtkunst willen.

Die alten Götter leben auf vielerlei Weise fort. Im Englischen tragen Tuesday, Wednesday, Thursday und Friday die Namen von Týr, Wodan, Thor und Frigg (im Deutschen erinnern Donnerstag und Freitag an dieselben Götter), und skandinavische Ortsnamen erinnern noch heute an Götter und Heiligtümer. Jul, einst ein heidnisches Mittwinterfest, wurde zum skandinavischen Wort für Weihnachten. Ab dem 17. Jahrhundert entdeckten Gelehrte in Dänemark und Schweden die isländischen Handschriften wieder, und im 19. Jahrhundert wurden die nordischen Götter in ganz Nordeuropa zu Symbolen der Nationalromantik. Die Mythen inspirierten Wagner, Tolkien, Comics und Filme. In Island und anderswo verehren moderne Anhänger der Wiederbelebung, die sich Ásatrú oder Heiden nennen, heute die nordischen Götter und schöpfen dabei auf ihre eigene Weise aus den Quellen.

Wo es geschah

20° W0° 60° N Uppåkra, Schweden · um 200–1000 Uppåkra, Schweden: um 200–1000 Oseberg, Norwegen · 834 Oseberg, Norwegen: 834 Hofstaðir, Island · 10. Jahrhundert Hofstaðir, Island: 10. Jahrhundert Jelling, Dänemark · um 965 Jelling, Dänemark: um 965 Þingvellir, Island · 1000 Þingvellir, Island: 1000 Gamla Uppsala, Schweden · um 1075 (Adam von Bremen) Gamla Uppsala, Schweden: um 1075 (Adam von Bremen) Wo es geschah Wo es begann Spätere Orte N
  1. um 200–1000 Uppåkra, Schweden
  2. 834 Oseberg, Norwegen
  3. 10. Jahrhundert Hofstaðir, Island
  4. um 965 Jelling, Dänemark
  5. 1000 Þingvellir, Island
  6. um 1075 (Adam von Bremen) Gamla Uppsala, Schweden

Häufige Fragen

Woher wissen wir, was die Wikinger glaubten?

Aus drei Arten von Zeugnissen, die alle lückenhaft sind. Die Archäologie zeigt Gräber, Opfergaben und Kultstätten; Runensteine und einige zeitgenössische Beobachter von außen gewähren Einblicke; und isländische Texte des 13. Jahrhunderts erzählen die Mythen vollständig, wurden aber lange nach der Bekehrung von Christen verfasst.

Gehörte Ragnarök zum ursprünglichen Glauben?

Anspielungen auf das Weltende finden sich schon in älterer Dichtung, die Vorstellung wurde also nicht einfach später erfunden. Die Forschung diskutiert, wie stark die ausführliche Darstellung im Gedicht Völuspá und in Snorris Edda von christlichen Vorstellungen vom Jüngsten Gericht geprägt wurde.

Werden die nordischen Götter heute noch verehrt?

Ja, in modernen Wiederbelebungsbewegungen. In Island ist das 1972 gegründete Ásatrúarfélagið eine eingetragene Religionsgemeinschaft, und ähnliche Gruppen gibt es in vielen Ländern.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. John Lindow, Norse Mythology: A Guide to the Gods, Heroes, Rituals, and Beliefs (Oxford University Press, 2001)
  2. Gabriel Turville-Petre, Myth and Religion of the North: The Religion of Ancient Scandinavia (Weidenfeld & Nicolson, 1964)
  3. Neil Price, The Viking Way: Magic and Mind in Late Iron Age Scandinavia (2nd edn, Oxbow Books, 2019)
  4. Snorri Sturluson, Edda, translated by Anthony Faulkes (Everyman, 1987)
  5. H. R. Ellis Davidson, Gods and Myths of Northern Europe (Penguin, 1964)